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Das Alte Land

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Das Alte Land ist ein Teil der Elbmarsch südlich der Elbe in Hamburg und in Niedersachsen. Es umfasst die Gemeinde Jork, die Samtgemeinde Lühe und den Neu Wulmstorfer Ortsteil Rübke in Niedersachsen sowie die Hamburger Stadtteile Neuenfelde, Cranz und Francop.

Mit einer Fläche von rund 14.300 Hektar Baumobst ist das Alte Land das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Mitteleuropas.    77 Prozent der Obstbäume sind Äpfel und 12,7 Prozent Kirschen.

Der Mönch in Steinkirchen

Mönch Heinrich,
der Begründer des Alten Landes – ein Kunstwerk von
Carsten Egger
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Der Name Altes Land hat nichts mit 'alt' zu tun, sondern weist auf die Besiedlungsgeschichte hin. Auf Plattdeutsch heißt das Gebiet Olland (hochd. 'Altland'). Dieser Name geht auf die Kolonisierung durch niederländische Kolonisten zurück. Als Begründer des Alten Landes gilt Priester Hendrik aus Jacobswoude, dessen Wirken urkundlich belegt ist. Prof. Dr. Hendrik van der Linden aus Holland hat die Historie wissenschaftlich untermauert. Der erste Kolonisierungsvertrag, datiert von 1113, wurde unter Erzbischof Friedrich I. von Bremen abgeschlossen. Auch der Name der Altländer Gemeinde Hollern geht auf die Holländer zurück. Seit 1993 erinnert ein Denkmal vor der St. Martini-et-Nicolai-Kirche in Steinkirchen an Priester Hendrik, übersetzt Mönch Heinrich. Ein Zweitguss der überlebensgroßen Bronze-Plastik von Bildhauer Carsten Eggers wurde 2001 als Symbol der Völkerverständigung dem holländischen Dom in Rijnsaterwoude enthüllt.

Das Alte Land ist in drei Meilen gegliedert, die Erste, Zweite und Dritte Meile. Diese Meilen stellen Zonen entlang des Elbufers dar. Die Erste Meile, zwischen den Flüssen Schwinge und Lühe, wurde zuerst eingedeicht und (um 1140) besiedelt. Die Zweite Meile umfasst das östlich davon gelegene Gebiet zwischen Lühe und Este, dessen Eindeichung Ende des 12. Jahrhunderts abgeschlossen war. Die Eindeichung der Dritten Meile zwischen Este und Süderelbe wurde erst Ende des 15. Jahrhunderts abgeschlossen, da das Gebiet besonders stark durch Sturmfluten gefährdet und betroffen war.

Schwerpunkt der Besiedlung sind die elbnahen Gebiete. Sie umfassen den fruchtbarsten Marschboden, während sich zur Geest hin ein Moorgürtel anschließt.

Aufgrund der Fruchtbarkeit des Bodens bildete sich eine besondere bäuerliche Kultur aus. Die Dörfer sind Marschhufendörfer, bei denen die Höfe an der Straße liegen und das Land gleich hinter den Höfen beginnt. Kennzeichnend sind reich verzierte Bauernhäuser sowie insbesondere die typischen Prunkpforten.

Das Alte Land verfügte seit dem Mittelalter über eine Selbstverwaltung, zuletzt seit 1885 in Gestalt des preußischen Landkreises Jork, der neben dem Alten Land auch die Stadt Buxtehude und die Gemeinde Neuland umfasste. Die Auflösung des Landkreises 1932 bedeutete das Ende dieser Selbstverwaltung; der Teil westlich der Este wurde dem Landkreis Stade, der östlich davon dem Landkreis Harburg angeschlossen. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz wurden 1937 die Gemeinden Cranz, Neuenfelde und Francop Hamburg angegliedert und 1938 eingemeindet. 1972 wurden die Orte Hove und Moorende aus dem Landkreis Harburg der Gemeinde Jork angeschlossen und gehören seitdem zum Landkreis Stade. Als einziger Teil des Alten Landes verblieb die Ortschaft Rübke - heute Teil der Gemeinde Neu Wulmstorf - beim Landkreis Harburg.

Im gesamten Alten Land ist ein Brauch verbreitet: Um die weit verbreiteten Kirschbäume vor räuberischen Vögeln zu schützen, stellen die Landwirte seit altersher in den Sommermonaten mit Propangas betriebene Knallapparate (auch „Kirschböller“ oder „Spreenhüter“ genannt) in die Landschaft. Diese kanonenähnlichen Apparate verursachen Explosionen, die täglich bis zu 15 Stunden lang je nach Windrichtung kilometerweit zu hören sind. Diese Technik wird allerdings mehr und mehr von Vogelschutznetzen verdrängt.